Mein bester Reisefreund Alfred Reetz ist tot
Geboren 16.07.1954 in Mühlheim (EIFEL) / Germany - Gestorben 04.03.2012 in Huppenbroich (EIFEL) /Germany

Frank Gillmeister kannte Alfred. Er schrieb mir am 03.04.2012 nachdem er von Alfreds Tod erfahren hatte:

“Die Erinnerung ist der größte Respekt gegenüber Jemandem“.


Alfred war der beste Reise-Freund von Bernd Tesch. Wir haben vier große Reisen je ca. 3 Monate zusammen gemacht. Davon drei extreme Motorrad-Reisen (1981: Germany - Sudan - Saudi Arabien - Germany. - 1987: Eine 500 km Kanu-Tour im NO von Canada auf dem Grass-River.- 1990: Afrika-West-Ost. - 1992 Atlantik (Frankreich)-Transsbirien-Pazifik (Wladiwostok).
Wir sind durch "dick und dünn gegangen" und haben einander 100 % vertraut. Trotz aller Strapazen haben wir nie ein böses Wort miteinander gewechselt. - Das Minimum, womit ich Alfred danken möchte, ist diese Seite. B.T.




Alfred Reetz

1979 Alfred Reetz und Freundin Ria Kiefer reisen 9 Monate 30.000 km mit einer Kawaski 1000 durch USA - Mexico - USA - Canada - USA.
Es gibt einen dazu von
Alfred geschriebenen Bericht.





1981
: Alfred Reetz im Sudan / Nubische Wüste mit TESCH-YAMAHA XT 500 auf unserer ersten gemeinsamen 3-Monate-Reise.-
Das Flugzeug hat die Durchquerung der nubischen Wüste in Afrika / Sudan nicht geschafft. Wir schon ! Wir hatten immerhin 1000 km offroad ohne Benzinstation zu bewältigen. - Irgendwann lief Alfreds XT-Motorrad nicht mehr. Bei glühender Hitze morgens mitten in der Wüste versuchten wir den Fehler erfolglos zu finden (Foto). Bernd schleppte Alfred durch die Wüste zur nächsten sudanesischen Bahnstation.
Fehler: Nachts war bei offenem Benzinhahn das Benzin am Kolben entlang in das Motor-Öl gelaufen.




1982: Alfred Reetz als 28-Jähriger



1987: Alfred Reetz und Bernd Tesch auf einer Trainingsfahrt in der Eifel für unsere geplante 500 km-Canada-Canou-Tour durch absolute Wildnis. Es war unsere zweite gemeinsame Reise. Alfred schrieb auf der Postkarten-Rückreise dieses Fotos an seine Familie Vater Heinz Reetz: "Nach einer lustigen 1200 km Tramptour mit 150 kg Gepäck zu zweit sind wir vor einer Woche am Grass River in Canada angekommen. Mittlerweile haben wir uns ans Paddeln gewöhnt und so viele Fische geangelt, Enten und Hasen geschossen, dass sie uns langsam aus den Ohren herauskommen. 20.09.1987".



1990: Alfred Reetz mit Tesch-YAMAHA XT 600 K auf unseren dritten Reise "Weiteste Entfernung Afrika-West-Ost" an der Atlantik-Küste in Mauretanien neben einem gestrandeten Tanker. Wir sind 250 km am Strand gefahren und Alfred ist beschossen worden, weil die Grenzen zwischen Senegal und Mauretanien politisch geschlossen waren.
Dieses ist die Rückseite meines Buches "Motorrad-Abenteuer-Touren", welches ich Alfred schon 1994 gewidmet habe.



 
   
2004: beim Holzhausbau.- 2009: Beim Tesch-Travel-Treffen (Foto Michael Paetsch). Alfred hat hier viele Jahre teilgenommen und später für alle gegrillt.- 2009 ca. Alfred auf Fahrrad-Reise
(Foto T.M.). 2010: Alfred in bunter Fahrrad-Kleidung bei B.T. zu Besuch. 20?? Alfred in Bogenschütze-Kleidung.



09.02.
2010: Seit 2 Jahren wusste Alfred, dass er zunächst Darmkrebs hatte, was erfolgreich operiert wurde. Leider hatten sich Metastasen gebildet, die sich später im Körper ausbreiteten. Insbesondere nach dieser Kenntnis besuchte Alfred uns regelmäßig jede Woche in unserem Holzhaus, was er für Patricia und Bernd gebaut hatte. Wir sind ihm dafür unendlich dankbar. -

2011: Fotos: Oben Alfred Reetz und Patricia. Wir drei führten stundenlange Gespräche über die Fragen / Probleme der Welt. Obwohl es Alfred finanziell gut ging, sah er die Welt-Politik sehr kritisch.



So, 04.03.2012, 14.30 Uhr Mein bester Reisefreund Alfred Reetz ist tot

Liebe Motorrad-REISE-Freunde,
nach 2 Jahren Kampf hat Alfred (Geb. 1954, 57 Jahre) diesen nun gegen den Krebs im ganzen Körper verloren. Er ist heute, 15 Min nach unserem letzten Besuch, zuhause im Beisein seiner Familie in Huppenbroich / EIFEL gestorben.

Alfred besuchte in 1977 das erste Geschäft von B.T. in Kornelimünster vor seiner 9-Monate-Reise in N-Amerika mit seiner Freundin "Ria Kiefer". Hier begann unsere Freundschaft und endete nie ! Im Gegenteil: die Freundschaft wuchs und festigte sich. Seitdem war er fast immer auf dem "Tesch-Travel-Treffen für Motorrad-Fernreisende". Viele kannten Alfred durch gemeinsame Vorträge auf den TTTreffen über unsere gemeinsamen Reisen, wo Alfred jahrelang auch ehrenamtlich mit gegrillt hat. Aufgefallen ist Alfred auch immer durch seine Ruhe und Bescheidenheit.

Alfred und Bernd haben vier große Extremreisen je 3 Monate zusammen durchgestanden.
Die erste 1981 per XT 500: D- Ägypten- Sudan- Saudi-Arabien- Türkei- D. Ein "Höhepunkt" waren ein defektes Motorrad während 1000 km ohne Benzinstation in der nubischen Wüste. Und: Wir waren so begeistert von der sudanesischen und türkischen Gastfreundschaft. -
1987 paddelten wir 500 km in stehendem Gewässer auf dem "Grass-River" in Canada in 2,5 Monaten. Alfred hat mir das Kanufahren beigebracht. Er konnte die Schwierigkeitsstufe 8 beherrschen.-
1990 haben wir mit T-YAMAHA XT 600 K die jemals befahrene größte Entfernung Afrikas "West-Ost" von Senegal (Dakar) bis Kenia (Insel Lamu) durch 12 Staaten gemeistert: ca. 5000 km offroad bei 13.000 Gesamt-km. Bei dieser Reise wurde Alfred bei unserer 250 km Reise am Strand nach Nouakchott (Mauretanien) beschossen. Und Alfred war sehr krank in Zentralafrika.-
1992 sind wir mit zwei T-SUZUKI DR 650 Dakar über Transsibirien nach Wladiwostok gereist. Die Gastfreundschaft in Russland war überwältigend. Sie hatten in 47 Jahren Sowjetunion keine fremden Motorradreisende vorher gesehen.


Das Beste an allen Reisen war, dass wir nie ein böses Wort miteinander gewechselt haben !!!

Nur aus seinen Erzählungen konnte ich seinen anderen Passionen folgen: Alfred hat jahrelang in der Weltmeister-Klasse der Bogenschützen mit geschossen. Als er 40 war, war er im selben Jahr NRW-Meister, Deutschland-Meister und Europa-Meister, später Weltmeister in der Gruppe. In Canada war Alfred ca. 15 Mal mit dem Bogen in der Wildnis. - So "nebenbei" radelte Alfred nach einem Bogenschießen-Weltmeister-Wettbewerb von Finnland über Lettland-Polen nach Hause. Oder per Rad nach Spanien und zurück.

Alfred
hat auch unser Holzhaus in Hammer federführend mit gebaut. Vor zwei Wochen hat er Patricia und mich noch - wie jede Woche seit Jahren - in Hammer besucht. Unsere Besonderheit war, dass wir uns immer gerne stundenlang über alle möglichen Themen unterhalten haben. Alfred lehnte das Fernsehen ab und war deswegen gut belesen.

Letzten Donnerstag waren wir noch eine Stunde an seinem Krankenbett zu Hause, wo wir noch über "alte Zeiten" gesprochen haben. Alfred dann: "Ich weiß, es geht jetzt zu ende. Ich ertrage jetzt die Hölle der Schmerzen, aber habe keine Angst vor dem Tode. Für die Hinterbliebenen wird es danach schwerer sein als für mich".

Alfreds Wunsch war es, verbrannt zu werden und anonym in Huppenbroich begraben zu werden. Er wünschte sich aber auch eine Abschiedszusammenkunft mit Ansprache am Grab und anschließendem "Totenkaffee". Samstag, 17.03.2012. 12.00 Uhr. Ort: 52152 Simmerath-Huppenbroich zum Friedhof. Im Schöllchen.

Da mir der Abschied von Alfred schon lange sehr schwer gefallen ist und ich mit einem Echo rechne, bitte ich von Telefonaten und Besuchen dazu bei mir und Patricia zunächst abzusehen.

Wir werden Alfred nie vergessen wollen !

In Trauer über den Verlust unseres Freundes Patricia Govers-Tesch, Bernd Tesch und viele Freunde.




Aus Alfreds Leben: Fotos von seinen Pässen und Ausweisen wie Jagdschein, Fischereischein...

    
1969. 25.05.                       1971.                                         1971.                                          1976.                                      1977.



1977.                                     1980.                                     1981                                            1982.                                1998.


2001.                                     2002.                                            2010.                                     2011.                                

Vorfahren von Alfred Reetz

Urgroßeltern von Alfred Reetz:

Heinrich Wassen (Geb. ??.?? in NL) war verheiratet mit Anne (Geb. ?? in Mühlheim


Heinrich und Anne Wassen


 



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Letztes Update von B.T.: 08.04.2014